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"Gute, wahre, echte Musik spiegelt die
Abgründe und Frustrationen, die Leiden und Leidenschaften der
Menschen wider und hebt sie auf eine andere Ebene." Yehudi Menuhin (1916-1999 einer der größten Geigenvirtuosen des 20. Jahrhunderts) |
| Mozart Text: Michael Kunze Musik Sylvester Levay Uraufführung: 2. 10. 1999 Theater an der Wien Deutschlandpremiere: 21. September 2001 Neue Flora Hamburg Das Musical erzählt die Lebensgeschichte von Wolfgang Amadeus Mozart. Es beginnt mit einer Szene, die im Jahr 1809 spielt, in der die Witwe von Mozart Constanze Nissen den Naturforscher und Arzt Anton Mesmer gegen Bezahlung zum Grab ihres Mannes führt, auf dem Friedhof St. Marx. Dieser erinnert sich 40 Jahre zurück an den Tag 1768, als Mozart als kleines Genie in dem Barockgarten seiner Villa von seinem Vater Leopold der feinen Gesellschaft als Wunderkind vorgeführt wurde. Die Zeit wird zurückgespult und nun erleben wir die Geschichte dieses jungen Mannes, der scheinbar immer auf der Suche nach sich selbst war, seine Naivität, seine Abhängigkeiten, Sehnsüchte, seine Beziehungen, seine Lebenslust und seine Verzweiflung und Einsamkeit. Mozart, der gleichzeitig abhängig, getrieben und gesegnet war von seinem Genie, das ihn als Porzellankind Amadè, sein zweites Ich, das Stück durch begleitet. Am Ende bringt ihn das unerbittlich komponierende Kind, der Schatten, von dem er sich nicht lösen kann, um. Dieses innere Kind schreibt seine Kompositionen mit Mozarts Blut. Als ihm die Tinte fehlt, benutzt es Spitze der Feder als Waffe und in seiner an Besessenheit grenzenden Passion tötet es sein älteres Ich durch einen Stich ins Herz… Sowohl in der Uraufführung als auch bei der Premiere in Deutschland wurde die Rolle des Wolfgang Amadeus Mozart von Yngve Gasoy Romdal übernommen. In Wien spielte Thomas Borchert den Vater Mozarts, in Hamburg hatte Ethan Freeman diesen Part inne. Uwe Kröger spielte die Rolle des Fürsterzbischofs Colloredo. Inzwischen ist Mozart unzählige Male in verschiedenen Theatern aufgeführt worden und sehr erfolgreich. Auch dieses Musical hat mich sehr bewegt. Als ich es zum ersten Mal auf CD hörte konnte ich mich nicht direkt mit der Musik anfreunden. Erst als ich einige Szenen in Youtube sah erwachte meine Neugierde und mein Interesse. Allein die Darstellung von Yngve war derartig authentisch, dass ich nicht erwarten konnte mich von der Dramatik des Stückes und den Charakteren gefangen nehmen zu lassen. Das erste Mal sah ich das gesamte Stück in Tecklenburg 2008. Patrick Stanke verkörperte Mozart und Ethan Freeman Leopold. Karin Seyfried spielte Nannerl, die Schwester von Mozart, Marc Clear die Rolle des Colloredo. Es war eine Vorstellung, die von sintflutartigen Regenfällen durchgehend begleitet wurde. Nicht der Zuschauerraum sondern die Bühne ist dort vollständig ungeschützt und trotz des unangenehmen kalten Wetters hat die gesamte Cast das komplette Stück mit Leidenschaft und Hingabe durchgespielt. Einige humorvolle verbale Seitenhiebe über das Wetter zeigten uns mit wie viel Disziplin Profis in dem Bereich mit unwägbaren Bedingungen umgehen. Patrick machte wahr was ich in der Gala über die Musicals von Kunze/Levay schon ansatzweise erahnt hatte. Er lebte die Rolle in einer Intensität, dass man bei manchen Szenen vor Mitgefühl, Erschrecken über dessen Naivität und Wut über die Ignoranz von Mozarts Vater auf die Bühne laufen wollte… Die Musik brennt sich ein und lässt einen nicht mehr los...ob es "Gold von den Sternen" oder "Wie lässt man seinen Schatten los" oder "Warum kannst du mich nicht lieben" ist, man summt noch Tage danach leise die Melodien vor sich hin... Es ist eines der Stücke, die kein freudiges, aufgedrehtes Gefühl hinterlassen sondern, eine Stimmung der Melancholie und des Ergriffen-seins. Ich persönlich werde es mir immer wieder mit Begeisterung ansehen. |